Schnittstellen

Anbindung von Fachsystemen, vom Format bis zum Fehlerfall

REST, Webservices, GDV-Datensätze, CSV und XML aus dem Altsystem: Der Anschluss selbst ist selten das Problem. Schwierig wird es bei Ausfällen, Wiederholungen und dem Nachweis, was tatsächlich übertragen wurde.

Gegenstellen

REST, SOAP, GDV und Dateilieferung

Welches Verfahren infrage kommt, gibt das System auf der anderen Seite vor. Ein modernes Fachsystem stellt eine REST-Schnittstelle mit JSON bereit; die Arbeit besteht darin, Authentifizierung, Versionierung und Lastgrenzen so zu vereinbaren, dass beide Seiten spätere Änderungen überstehen. Ältere Fachverfahren, Versicherer und Verwaltungen arbeiten mit Webservices nach SOAP, oft mit einer WSDL, die den tatsächlichen Datenverkehr nur ungefähr beschreibt. Zur Anbindung gehört dann eine Phase, in der wir das Verhalten des Gegenübers dokumentieren.

In der Versicherungswirtschaft laufen Bestands- und Vertragsdaten weiterhin über GDV-Datensätze mit ihren Satzarten. Dafür setzen wir CASP auf, statt den Parser jedes Mal neu zu schreiben. Der unauffälligste Fall bleibt die Dateilieferung über SFTP oder Postfach, gern als Provisorium behandelt und jahrelang in Betrieb — auch sie braucht dieselbe Quittung, dieselbe Überwachung und dasselbe Protokoll wie ein Webservice.

Fehlerfall

Was geschieht, wenn eine Lieferung nicht ankommt

Vereinbart wird das vor der Umsetzung und danach im Test nachgestellt. Ohne diese Festlegungen fällt ein Ausfall erst auf, wenn ein Kunde anruft.

Ist das Zielsystem nicht erreichbar, wiederholt die Strecke mit wachsendem Abstand und meldet danach an eine benannte Rolle. Ein fachlich fehlerhafter Satz landet mit Begründung im Klärkorb, wird korrigiert und erneut eingespielt; still verloren geht auf diesem Weg nichts. Doppelte Lieferungen erkennt das System über den fachlichen Schlüssel und lehnt die zweite Verarbeitung ab, abweichende Formate prüft es gegen das vereinbarte Schema.

Der unangenehmste Fall ist der, in dem gar nichts geschieht. Deshalb überwacht das System den erwarteten Takt und alarmiert, wenn eine Lieferung ausbleibt. Zu jeder Übertragung steht außerdem fest, wie viele Sätze sie enthielt und wie viele davon abgelehnt wurden. Dieses Protokoll ist der Grund, warum eine Schnittstelle im Audit keine längere Diskussion auslöst.

Strecke

Lieferumfang einer Schnittstelle

Aufnahme der Strecke
Quellen, Formate, Mengen, Takte und das je Feld führende System, schriftlich
Feldzuordnung
Abbildungsvorschrift zwischen beiden Seiten, Grundlage für Test und Abnahme
Vereinbartes Fehlerverhalten
Ausfall, Dublette und Formatabweichung im Test nachgestellt
Klärkorb
Abgelehnte Sätze mit Begründung, korrigierbar und erneut einspielbar
Übertragungsprotokoll
Je Lauf Zeitpunkt, Satzzahl, Annahmen und Ablehnungen, im Audit vorlegbar
Taktüberwachung
Alarm an eine benannte Rolle, wenn eine erwartete Lieferung ausbleibt
Bevor die Strecke umgestellt wird

Nennen Sie Systeme, Format und Takt, dann sagen wir Ihnen, wie der Parallelbetrieb aussieht und woran die Umstellung hängt.

Parallelbetrieb

Die neue Strecke läuft neben der alten, bis der Abgleich stimmt

Am Anfang steht die Frage, welches System für welches Feld fachlich führend ist. Sie klingt banal und ist der häufigste Grund für Streit im Projekt, weil zwei Abteilungen dieselbe Angabe pflegen und beide sie für maßgeblich halten. Entschieden wird sie vorher, sonst entscheidet später die Reihenfolge der Verarbeitung.

Danach geht die neue Strecke neben der bestehenden in Betrieb, und die Ergebnisse werden Satz für Satz verglichen; auch die kleinen Abweichungen werden geklärt, denn eine im Test gerundete Differenz kommt in der Produktion als Beschwerde zurück. Umgestellt wird erst, wenn der Abgleich ohne offenen Punkt läuft, und die Testfälle bleiben danach als Regressionstests erhalten. Ist die Schnittstelle der erste Schritt aus einem Altsystem heraus, gilt dasselbe stufenweise Vorgehen wie bei einerAblösung.

CASP, Altsysteme und die Abläufe danach

Welche Strecke macht Ärger?

Nennen Sie die Systeme, das Format und den Takt. Danach lässt sich meist schon sagen, wo die Übertragung heute stillschweigend Daten verliert — 30 Minuten, ohne Vorbereitung.

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