Was ein Modell im Alltag übernimmt
Sortiert nach der Aufgabe: Post einsortieren, Bestände durchsuchen, Bilder auswerten, Vorgänge vorbereiten, Zahlen gegen ein Regelwerk prüfen. Jedes Feld hat seine eigene Grenze.
Post sortieren, Bestände durchsuchen
Die beiden Felder mit dem schnellsten Ertrag haben denselben Ausgangspunkt: zu viele Dokumente, zu wenig Zeit, sie zu lesen.
Bei der Dokumentenklassifikation nimmt ein Modell den Posteingang auseinander: Scans, PDF-Anhänge, Faxe, E-Mails. Es bestimmt Art des Schreibens, zuständige Stelle und eine etwaige Frist und legt den Vorgang entsprechend an. Der entscheidende Teil ist die Schwelle: Ist das Modell sich seiner Sache nicht sicher genug, landet der Fall in einer Prüfliste, denn ein Dokument im falschen Ordner ist schlimmer als eines, das zehn Minuten wartet.
Die Suche auf eigenen Beständen beantwortet Fragen ausschließlich aus Ihren Dokumenten und nennt zu jeder Aussage die Fundstelle. Ohne belegte Fundstelle gibt das System keine Antwort, auch wenn es eine plausible formulieren könnte. Diese Regel klingt einschränkend und ist der Grund, warum die Sachbearbeitung dem Ergebnis nach zwei Wochen noch traut.
Bildschirmfoto einer Antwort mit aufgeklappter Fundstelle, Inhalte geschwärzt. Freigabe durch den betreffenden Kunden nötig.
Sie schildern den Ablauf, wir sagen Ihnen, welches Feld ihn trägt und wo dabei die Grenze liegt.
Bildanalyse, Assistenz und Prüfläufe
Bei der Bildanalyse werden Aufnahmen gezählt, klassifiziert oder auf Auffälligkeiten geprüft. Foto, Video und Wärmebild führen zu denselben Fragen: Was ist zu sehen, wie viele, und ab wann ist das eine Lage. Wo Menschen im Bild sind, entfernen wir den Personenbezug, bevor überhaupt ausgewertet wird. Über eine Maßnahme entscheidet danach ein Mensch, weil das Bild eine Beobachtung liefert und keine Anordnung.
Assistenzsysteme bereiten Vorgänge vor: Sie schreiben einen Entwurf, schlagen eine Einordnung vor oder fassen einen langen Vorgang für die nächste Sitzung zusammen. Prüf- und Plausibilitätsläufe vergleichen dagegen Bestände gegen ein Regelwerk und melden Abweichungen mit Begründung. Das ist das Verfahren hinter unserem INVOICE-Auditor, der Anwaltsrechnungen auf der Zahlerseite gegen das RVG prüft.
Was jedes Feld liefert und wo es aufhört
Die rechte Spalte ist die wichtigere. Ein Feld, dessen Grenze niemand benennen kann, setzen wir nicht um.
- Dokumentenklassifikation
- Art, Zuständigkeit und Frist am Vorgang; unsichere Fälle in der Prüfliste
- Suche auf eigenen Beständen
- Eine Antwort mit Fundstelle, sonst keine Antwort
- Bildanalyse
- Zählung, Klasse und Hinweis, ohne Personenbezug in der Auswertung
- Assistenz
- Ein Entwurf, den die zuständige Rolle freigibt
- Plausibilitätslauf
- Eine Feststellung mit Begründung, aus der erst ein Mensch einen Bescheid macht
Nicht jede Aufgabe braucht ein Modell
Vieles, was als KI-Vorhaben beginnt, ist in Wahrheit eine Tabelle mit Bedingungen. Lässt sich eine Aufgabe mit zwanzig festen Regeln beschreiben, ist die Regel die bessere Lösung: prüfbar, im Betrieb billiger, im Streitfall erklärbar. Ähnlich klar liegt der Fall bei der Datenlage, denn ohne saubere, zugängliche und rechtlich nutzbare Bestände liefert auch ein gutes Modell nur schnelle Fehler.
Am schwersten wiegt die fehlende Zuständigkeit. Findet sich keine Rolle, die das Ergebnis freigibt und im Zweifel dafür einsteht, fehlt die Entscheidungsgrenze und damit die Grundlage des ganzen Vorhabens. Wir sagen das im Erstgespräch, auch wenn das Modell der größere Auftrag wäre. Wie eine solche Grenze zustande kommt, beschreibt die Seite zurVerantwortung.
Von der Aufgabe zum Betrieb
Wer die Grenze zieht, wie ein fertig gebautes Prüfsystem aussieht und wie sich ein Feld am eigenen Prozess erproben lässt.
Welcher Vorgang kostet Sie die meiste Zeit?
Beschreiben Sie ihn in drei Sätzen. Wir ordnen ihn einem der Felder zu oder sagen Ihnen, dass eine feste Regel günstiger ist.
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